TT Sexismus

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Definition

Unter Sexismus versteht man die soziale Konstruktion von sexuellen Unterschieden zwischen Menschen und die daraus abgeleiteten Normen und Handlungsweisen. Der Sexismus unterteilt alle Menschen anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in Frauen und Männer, unterstellt ihnen damit eine grundlegende Unterschiedlichkeit und weist ihnen auf dieser Basis unterschiedliche Rechte und Pflichten zu. Wikipedia

Sex und Gender

  • Sex ist das biologische Geschlecht
  • Gender ist das soziale Geschlecht

Beispiele

  • frau/man muss sich eine Toilette aussuchen

  • „even your father could do it"

  • "up your skirt"
* Peniswitze

  • Wer wäscht ab?

  • Wer kocht?


* "Ich hätte nie gedacht, das du als Frau so einfühlsam sein kannst."


  • "Für einen Mann kannst du aber super hacken"
* bei Formularen muss sehr oft das Geschlecht angeben werden


Sex ist das eindeutig?

  • wird festgelegt mit Geburt:

    • klitoris bis 1cm -> frau

    • klitoris/penis ab 2,5cm ->mann
 GAJ
    • -> 2-4% ohne eindeutige Geschlechtmerkmale
n



* andere Kulturen:


    • Indien - weder Mann noch Frau: Hijra

    • mexikanische Kulturen: drittes Geschlecht, das dazwischen liegt

Sprache

Das generische Maskulinum. Beginnen wir mit der Behauptung, es gäbe ein „generisches“ Maskulinum, bei dem Frauen mitverstanden würden. Ausgeschlossen ist das ja nicht, obwohl es stutzig machen sollte, dass es von seiner Form her ununterscheidbar von einem tatsächlich nur auf Männer bezogenen Maskulinum wäre.[...]Die Autor/innen dieser Studie überprüften die Interpretation von Maskulina, indem sie Versuchspersonen zunächst einen Satz mit einem (angeblich) „generischen“ Maskulinum, wie den in (1) auf einem Monitor präsentierten:

  • (1) Die Sozialarbeiter liefen durch den Bahnhof.

Nachdem die Versuchspersonen einen solchen Satz gelesen hatten, erschien entweder ein Satz wie der in (2) oder einer wie der in (3)

  • (2) Wegen der schönen Wetterprognose trugen mehrere der Frauen keine Jacke.
  • (3) Wegen der schönen Wetterprognose trugen mehrere der Männer keine Jacke.

Die Versuchspersonen mussten dann durch drücken einer Taste signalisieren, ob sie den zweiten Satz für eine „mögliche Fortsetzung“ des ersten Satzes hielten oder nicht. Dabei wurde auch die Zeit gemessen, die sie für ihre Antwort benötigten.
Die Idee hinter diesem Experiment ist klar:

  • Wenn Maskulina automatisch generisch interpretiert werden, müssten die Sätze (2) und (3) gleichermaßen als mögliche Fortsetzungen erkannt werden;
  • Wenn Maskulina nur mit einem gewissen gedanklichen Aufwand generisch interpretiert werden, müssten Sätze wie der in (3) schneller als mögliche Fortsetzung erkannt werden als der in (2);
  • Wenn Maskulina nicht generisch interpretiert werden, dürften Sätze wie der in (2) gar nicht als mögliche Fortsetzung erkannt werden, Sätze wie (3) hingegen schon.
  • englischen, französischen und deutschen Muttersprachler
in Studie befragt:
    • englisch:

      • rein Stereotypizitätseffekt
    • franz./deutsch:
      • der Stereotypizitätseffekt verschwand vollständig
      • einen signifikanten Effekt des grammatischen Geschlechts: Wenn im zweiten Satz von Männern die Rede war, wurde der Satz signifikant häufiger als „mögliche Fortsetzung“ kategorisiert, als wenn von Frauen die Rede war.

Sprachblog

Offene Fragen

  • Wieso sollte ich mir über eine gegenderte Sprache Gedanken machen?
    • Wie sollte ich das tun, ohne durch Polarisierung zu diskriminieren?

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